Der 15. März 2026 wird für immer in die Geschichte der Freimaurerei auf den Kanarischen Inseln eingehen. An diesem Tag fanden im Freimaurertempel von Santa Cruz de Tenerife in der Calle San Lucas nach fast neunzig Jahren der Stille wieder freimaurerische Versammlungen statt. Es handelte sich nicht nur um die Feier einer feierlichen Versammlung der Großloge, sondern um ein Ereignis voller Symbolik, Erinnerung und Kontinuität.

Das Gebäude, das 1936 zu Beginn des spanischen Bürgerkriegs geschlossen wurde und jahrzehntelang stillstand, wurde kürzlich saniert und im Oktober 2025 wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Über die architektonische Restaurierung hinaus war jedoch die Wiederherstellung seiner ursprünglichen Funktion von wahrhaftiger Bedeutung: ein Ort der Zusammenkunft, der Besinnung und der Arbeit für die Freimaurer zu sein.

Die feierliche Versammlung, die im Inneren des Tempels stattfand, war Teil der Veranstaltungen der Großen Versammlung der Großloge der Kanarischen Inseln, die an diesem Wochenende Freimaurer aus verschiedenen Bereichen in einer Atmosphäre der Brüderlichkeit und des Respekts zusammenbrachte. Auf dem Programm standen unter anderem ein Begrüßungsdinner im Royal Casino von Teneriffa, die Feier der Versammlung der Großloge, ein brüderliches Mittagessen und als Höhepunkt der Veranstaltung die Große Versammlung, die im Tempel selbst stattfand.

Insgesamt nahmen 80 Freimaurer an dieser Versammlung teil, eine Zahl, die der derzeitigen maximalen Kapazität des Tempels von 84 Personen entspricht. Unter den Teilnehmern befanden sich namhafte Persönlichkeiten der internationalen Freimaurergemeinschaft, darunter der Großkanzler der Großloge von Frankreich, Martial Ouondo; der Generalsekretär der Internationalen Konföderation der Vereinigten Großlogen; der Souveräne Großkommandeur des Obersten Rates von Spanien für den Alten und Angenommenen Schottischen Ritus; sowie Vertreter der Nationalen Großloge von Portugal und der Allgemeinen Großloge von Spanien.

Doch jenseits der Persönlichkeiten und institutionellen Vertretungen hatte das, was sich im Inneren des Tempels abspielte, eine tiefere Dimension. Nach neunzig Jahren der Inaktivität wurden die Säulen erneut Zeugen ritueller Arbeit, der Orient strahlte symbolisch im Licht, und der Raum gewann seine volle Bedeutung zurück. Es war ein Moment der Besinnung, aber auch der Bekräftigung: die Gewissheit, dass die Freimaurerei als Schule der menschlichen Vervollkommnung nicht ausschließlich von physischen Räumen abhängt, so bedeutungsvoll diese auch sein mögen.

Zu Beginn der Beratungen wurde dieser Gedanke besonders hervorgehoben: Der äußere Tempel mag geschlossen sein, doch der innere Tempel bleibt stets im Bewusstsein derer präsent, die sich für Wahrheit, Freiheit und Brüderlichkeit einsetzen. Die Geschichte hat gezeigt, dass die Umstände das Sichtbare zwar stören können, doch können sie die Prinzipien nicht auslöschen, wenn diese in der Menschenwürde verwurzelt sind.

Die Feier dieses Logen-Treffens war daher kein Akt der Nostalgie, sondern eine Bekräftigung der Kontinuität. Die Freimaurerei ist keine situative Realität, die an einen bestimmten historischen Moment gebunden ist, sondern eine strukturelle Tradition, die die Zeit überdauert und sich jeder Epoche anpasst, ohne ihre wesentlichen Werte aufzugeben.

Der Tag endete mit einem besonders bewegenden Moment: der Darbietung der „Ode an die Freude“ auf der Violine, deren Klänge unter dem Gewölbe des Tempels widerhallten, als Symbol für Harmonie, Einheit und Hoffnung. Dieser Abschluss fasste den Geist der Veranstaltung perfekt zusammen: die Rückeroberung eines Raumes, aber vor allem die Bekräftigung eines Engagements.

Die Großloge der Kanarischen Inseln möchte dem Stadtrat von Santa Cruz de Tenerife ihren aufrichtigen Dank für die Zusammenarbeit aussprechen, insbesondere dem Kulturamt in der Person seines Beauftragten, Herrn Santiago Díaz Mejías, dessen Engagement entscheidend dazu beigetragen hat, die Durchführung dieser Logenversammlung im Tempel zu ermöglichen.

Heute erwacht der Tempel in der Calle San Lucas im Rahmen der Freimaurerei zu neuem Leben. Und mit ihm wird eine einfache, aber tiefgründige Idee bekräftigt: Das Werk kommt niemals zum Stillstand, das Licht findet immer einen Weg zurückzukehren, und der Tempel bleibt bestehen, solange er auf der Wahrheit gründet.